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Bücher und Lesen

Irgendwie habe ich eine Glückssträhne momentan. Nicht nur habe ich wieder mal etwas Wunderbares gewonnen (Danke, liebe Mano, ich freu mich auf die Post!), sondern auch noch von einem freundlichen Menschen ein fantastisches Geschenk bekommen – oder so ähnlich.

Neulich war ich mit meiner Mama in einer Second-Hand-Bücherstube, die in unserem kleinen Ort jeden Donnerstag offen hat. Wenn ich dann donnerstags mal da sein sollte, nutze ich gleich die Gelegenheit und verschwinde für ein halbes oder Stündchen dorthin. Bei Büchern bin ich ja manisch. Liegt offenbar im Blut, das Haus meiner Eltern im kleinen Heidedorf ist voll von alten und neuen Büchern. Finde ich sehr gemütlich.

Zurück in die Bücherstube: Meine Mama und ich stöberten und kamen mit der Dame ins Gespräch, die dort immer die Bücher verkauft, klassische Musik hört, Bücher bei Amazon einstellt und natürlich immer für ein Schwätzchen zu haben ist. Sie merkte schnell, dass ich schön gemachte, alte Bücher mag, und dass ich noch Frakturschrift lesen kann (ich wünschte, auch Sütterlin, aber da sehe ich nur Schleifen und Schnörkel). Dass ich „Leberecht Hühnchen“ von Heinrich Seidel und „Der kleine Grenzverkehr“ von Erich Kästner sowie ein Gedichtbändchen von Rilke in schönen Ausgaben auf meinen Stapel legte, erfreute sichtlich ihr Herz.

Irgendwann schob sie mir dann ein Buch hin: „Schauen Sie sich doch mal das an, wäre das nicht was für Sie?“ Ich schaute, selbstverständlich. Und sah: Ein altes, sehr abgegriffenes Kinderbuch mit der Abbildung eines traurigen, langnasigen Zwerges auf dem Titelbild. Offenbar schon recht alt. Innen hielt es wunderbare, aber sehr unheimliche, teilweise düstere Illustrationen für mich bereit. Die Frau sagte: „Vielleicht kennen Sie den Illustrator: Er war für Jahrzehnte der beliebteste Kinderbuchillustrator Deutschlands. Sein Name ist Ernst Kutzer.“ Ich kannte den Namen nicht, erkannte aber den Zeichnungsstil wieder. Unentschlossen blätterte ich etwas. Die Bilder waren mir zu düster, aber auch wunderschön.

Um es kurz zu machen: Ich habe es mitgenommen. Mitsamt den sechs anderen Büchern, die ich ausgesucht hatte. Die Dame freute sich so über meine Auswahl, dass sie mir partout nicht mehr als 10 Euro für alle sieben Bücher abnehmen wollte. Abends zeigte ich diese Merkwürdigkeit in Ruhe meinen Eltern und unseren bosnischen Freunden, die zu Besuch waren. Wir freuten uns über die Verse und die schlichte Moral der Geschichte – man kann es auch „Drohen mit zauberisch-schlimmen Konsequenzen, wenn Du nicht brav bist, Kindchen!“ nennen. Wer möchte schon in einen Zwerg mit langer Triefnase verwandelt werden? Da wir nicht rausfinden konnten, wie alt das Buch war, habe ich spätabends noch im Internet nachgeschaut. Und konnte meinen Augen nicht trauen. Die Dame in der Bücherstube hat mir eine absolute Kinderbuchrarität quasi geschenkt. „Der Puppenzwerg“ wird für Höchstpreise gehandelt. Wenn man das Buch denn überhaupt findet. In meiner Ausgabe sind zwar einige der Innenblätter lose, und eins ist angerissen, es ist aber dennoch wertvoll. Nicht, dass ich vorhätte, es zu verkaufen. Kinderbücher liebe ich nämlich sehr. Und diese Geschichte ist doch noch viel wertvoller als das Buch an sich…

Nach langer Blogabstinenz: Wieder da. Ich danke meinen beiden fantastischen Gastbloggerinnen, Ms_peachy und Stephie von Roboti liebt ! Da ist die Leere hier auf Kompromisslos toll nicht ganz so groß geworden.

Erstmal ankommen, Gedanken ordnen und Dinge sammeln, von denen ich Euch erzählen will. Bis dahin erstmal ein Link zu einem Projekt, das mir sehr am Herzen liegt: Das Liederprojekt des SWR2 und des Carus-Verlags. Am Wochenende mitten in der Nacht reingehört und mitgesungen. Die Nachbarn dürften sich gewundert haben 😉 Schauts Euch mal an, es lohnt sich!  Wunderbare alte Volks- und Wiegenlieder, toll interpretiert, mit Mitsingversionen und einfach sooo schönen Illustrationen dazu. Und wer will, hört sich eins meiner Lieblingslieder an. Mit Platt kriegt man mich ja sowieso.
Wer mich beschenken wollte, läge mit den dazugehörigen Büchern sehr richtig…

Dieses Buch wollte ich Euch schon länger mal zeigen. Mein absoluter Liebling momentan. Ich lese immer nur ganz wenig, damit ich möglichst lange noch etwas davon habe – und wenn ich durch bin, fange ich einfach wieder von vorne an…

Die Rede ist vom ‚Atlas der abgelegenen Inseln‘ von Judith Schalansky. Der Untertitel sagt es, wie es ist: ‚Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde‘. Eine absolute Fundgrube für alle, die gerne sehnsüchtig ihre Augen über Karten schweifen lassen, auf der Suche nach… Ja, wonach eigentlich?

Titel des Buches

Jede der fünfzig Inseln ist auf einer rechten Seite abgebildet – links gibt es dann eine Geschichte dazu. Wahr? Erfunden? Jedenfalls verrückt, unheimlich, romantisch, abenteuerlich… genau das richtige für Phantasie-Reisende. Das Buch ist so liebevoll gestaltet: Zahlen und Verweise sind in einem schönen Orange gefärbt, die Landkarten in wunderbar zarten grau-grünen Pastellfarben – mit etwas Orange. Ergänzt durch eine etwas schnörkelig-verheißungsvolle Schriftart.

Welche Insel könnte das sein? Foto aus 'Atlas der abgelegenen Inseln'

Dieses Buch ließ mein Herz höher schlagen. Es ist so liebevoll gemacht.  Es lädt zum Träumen ein, zum Reisen in Gedanken. Zum beweglich Bleiben, zum Unterwegs-Sein…

Hach schön. Endlich mal wieder Flohmarkt! Gestern in Neuss. Leider waren außer uns kaum Käufer dort? Alle Händler ziemlich verärgert. Zu gutes Wetter? Ich weiß nicht. Jedenfalls hatte ich Glück!

Um diesen wunderbaren handgemachten Häkelüberwurf bin ich lange rumgeschlichen, bevor ich mich getraut habe, nach dem Preis zu fragen. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass die Händlerin, zu der er gehörte, schon weg war und ihn vergessen hatte. Eine ihrer Bekannten hat ihn mir verkauft – und zwar für *Trommelwirbel* 10 Euro, ohne Handeln. Ich konnte nur nach Luft schnappen und noch fragen: ‚Sind Sie sicher?‘ und sie sagte mit etwas wehmütigem Blick: ‚Ja. Sie wissen ja, ich bin heute zum letzten Mal hier. Nehmen Sie ihn bitte!‘ Was ich natürlich gerne tat. Aber mit etwas gemischten Gefühlen…

Diese Frau hat mich nicht los gelassen. 20 Minuten vorher habe ich ihr dieses wundebare Büchlein mit Haikus und japanischen Zeichnungen abgekauft.

Und zwar für einen Euro. Sie sagte mir: ‚Bitte schauen Sie sich um, nehmen Sie, was Sie möchten – ich komme heute das letzte Mal.‘ Und sah so traurig dabei aus. Ich hätte sie gerne gefragt, warum – aber ich habe mich nicht getraut. Ich merkte, dass das, was ich angerührt hätte, nicht an diesen Ort gehörte. Nun habe ich diese beiden wunderbaren Dinge von ihr gekauft. Ich werde sie und ihre Traurigkeit und Wehmut nicht vergessen. Und schicke ihr meine guten Gedanken, und meinen Dank.

Als ich am Samstag von meinem Besuch in der Eifel wiederkam, war ein verheißungsvoller Umschlag im Briefkasten… Und ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig! Es war nämlich das Wunderpaket von Julie von mat&mi, bei deren Verlosung ich das wunderbare Gartenbuch „Alys im Gartenland“ gewonnen habe! Und das war noch nicht alles, schaut selbst:

Liebe Julie, an dieser Stelle nochmals vielen vielen lieben Dank! Ich bin sehr inspiriert und habe gestern schon einiges ausgesät und eingepflanzt. Besonders gespannt bin ich darauf, was aus den Artischocken werden wird… Und wie der Garten meiner Vermieterin, den ich übernommen habe,  im Sommer aussehen wird. Mit vielen neuen Blumen, Kräutern und Gemüse.

When I came back from my visit to friends in the Eifel at saturday, in the mail box was a promising parcel waiting for me… The book I won over at mat&mi some days ago!!! And that wasn’t all, look at the photo of what Julie sent me. Thank you so much, Julie. I’m absolutely inspired! Yesterday I planted the first scrubs in the garden… My new garden, which I „inherited“ from my landlady. I’m looking sooo forward to how it’ll look in summer, with all the new flowers, herbs and vegetables I am planting or planing to seed…