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Wohnen

Gestolpert und innegehalten. Was mich zum Stehen und Staunen gebracht hat, war der Kalender „Gassenträumer“.

Wohnungslose aus Paderborn haben Tobias Fenneker und Julia Northern fotografiert und nach ihrer Geschichte befragt. Herausgekommen sind feinfühlige, wirklich berührende Porträts über Menschen, die in und um Paderborn auf der Straße leben oder gelebt haben.

Januar

Begeistert hat mich, dass der Kalender diesen Menschen die Möglichkeit gibt, ihre Geschichte zu erzählen. So viel sie mögen, und in ihren eigenen Worten.  Und: Sie sind erstaunlich offen. Tobias, der das Projekt entwickelt und durchgeführt hat, begegnet ihnen im Gespräch auf Augenhöhe und mit Respekt. Die Fotos von Julia zeigen Porträts faszinierender Persönlichkeiten. Ich habe mich mit Tobias getroffen und mit ihm über die Gassenträumer gesprochen.

Schon länger hatte er über eine Obdachlosenzeitschrift für Paderborn nachgedacht, die Idee aber verworfen – zu zeitaufwändig. Zusammen mit der Fotografin Julia Northern, die er von seiner Veranstaltungsreihe Aus der Nachbarschaft kennt, wollte er aber gerne ein gemeinnütziges Projekt durchführen, das ihrer beider Arbeitsbereiche vereint – da kam ziemlich bald die Idee zum Kalender auf. Mitleid möchten Tobias und Julia damit nicht erwecken – sie wollen Aufmerksamkeit schaffen. Die Streetworker von KIM Soziale Arbeit e.V. erklärten sich begeistert bereit, das Projekt zu unterstützen – und begleiteten die beiden bei ihren Begegnungen mit den Paderborner Gassenträumern.

Kalender Gassenträumer April

Erstaunlich schnell, erzählt Tobias, erklärten sich die Porträtierten bereit, am Kalender mitzuwirken. Ihre Geschichten sind bewegend. Mich selbst hat besonders berührt: Die Wünsche, die sie haben. Am Ende der Gespräche fragt Tobias seine Interviewpartner, was sie sich wünschen. Es sind einfache Wünsche, viele haben mit der Familie, mit dem sozialen Umfeld zu tun. Der Wunsch, noch eine Chance zu bekommen – im Rahmen des Möglichen. Ganz bescheiden. Diese Bescheidenheit, Zurückgenommenheit beeindruckt mich. Was für verrückte, maßlose Wünsche uns selbst oft umtreiben – diese wahrhaftigen Geschichten halten uns den Spiegel vor.

September

Schon in vielen Städten gibt es Kalender, die Wohnungslose porträtieren, so zum Beispiel in Bremen oder, international und mit etwas anderem Konzept, in London. Mehr über das Paderborner Konzept gibt es auf www.aus-der-nachbarschaft.de zu lesen, zum Beispiel eine Liste der Verkaufsstellen.

Der gesamte Erlös des Kalenders fließt in die Arbeit des KIM e.V. – und kommt damit direkt Obdachlosen in Paderborn, aber auch anderen Projekten des Vereins zu Gute. Unterstützenswert, finde ich. Dieser Kalender gehört auf viele, nicht nur Paderborner, Wände! Noch gibt es Kalender in den Verkaufsstellen – ein Onlineversand ist wegen des großen Formats des Kalenders leider nicht möglich.

Alle Fotos sind von Julia Northern. Tobias arbeitet als freier Journalist. Mehr über ihn bei about.me.

Gassenträumer-Kalender 2016

Ich bin fertig geworden! Mit dem Zig Zag Spread, den ich im Februar angefangen habe. Er ist ganz schön groß geworden und ich habe wirklich lange immer mal wieder daran gearbeitet. Aber es hat sich so gelohnt! Er ziert jetzt das Bettchen eines neu geborenen lieben kleinen Menschen. Ich hoffe, dass er die Decke so gerne mögen wird wie ich, und dass er lange Freude daran haben kann.

Die Anleitungen von Pickles reizen mich immer wieder. Das eine oder andere werde ich bestimmt nochmal stricken. Immer wieder so fantastische Teile, die es dort zu entdecken gibt. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zum Stricken!

 

Buchenholzbretter

Ich sah sie dort stehen, in der Küche von Sabine von Freundts. Und dachte nur: Oh, die Form! Und: Oh, drei Stück! Wie drei Kinder, die sich der Größe nach hinter einander aufstellen.

Und dann sah ich: Sie sind selbstgemacht. Und dachte: Ich hab schon so lange nichts mehr mit Holz gemacht – vielleicht könnte ich…? Und ich konnte. Zusammen mit meinem Vater in dessen Werkstatt. Liebe Sabine, ich hoffe, Du hast nichts dagegen einzuwenden, dass ich mich so habe inspirieren lassen!

Buchenholz ist es geworden. Ein befreundeter Tischler hat uns freundlicherweise rohe Bretter für ganz wenig Geld überlassen und sogar noch gehobelt. Ein erster Satz Bretter ist schon fertig, ein zweiter braucht noch den letzten Schliff und die Ölung… Ich liebe es, Dinge mit den Händen zu machen – diese Bretter herzustellen, hat mir ganz besonders viel Spaß gemacht, weil wir zu zweit daran gearbeitet haben und das Ergebnis genauso – wenn nicht besser – geworden ist, wie ich es  mir vorgestellt hatte.

Sie sind mir schon nach kürzester Zeit ans Herz gewachsen, die drei. Wer hat überhaupt damit angefangen, kleine Bretter in der Küche zu verwenden? Mir kommt nichts anderes mehr auf den Tisch als diese drei.

Nachtrag: … und wer diese Bretter nicht selbst machen möchte, der kann sie bei Freundts ganz einfach bestellen!

Ein kleiner Strauß aus dem Garten, verschenkt ans liebe Geburtstagskind. Der Garten ist so üppig und bunt. Dass es ein feuchtes Frühjahr war, ist für die Pflanzen so nötig. Die gelben Kletterrosen blühen, der Lavendel… Besonders abends duftet der Garten, in jeder Ecke anders: Holunder, Rose, Rosmarin und Oregano…

Die Natur ist so verschwenderisch und üppig: Überall entfalten sich Knospen zu Blüten. Blüten strahlen vor Schönheit, welken und vergehen. An einer anderen Ecke wartet die nächste Schönheit, die nächste Überraschung. Augen offen halten und schauen, was passiert. Wie sehr ich das mag!

Wenig Zeit zum Bloggen. Drei Wochen Stille. Viel passiert momentan „außerhalb des Internets“. Eine Weile wird das noch so gehen. Aber leer bleiben wird es deswegen hier nicht. Mit geringerer Frequenz werde ich schreiben – aber regelmäßig.

Vorfreude auf den Garten am Wochenende. Tomaten pflanzen. Die Hände ganz tief in der Erde versenken. Den dunklen Duft der feuchten Erde einatmen, denn: Es wird regnen. Sich dabei vorstellen, wie die Pflanzen wachsen. Langsam und stetig, ganz geduldig…

Einen tatsächlichen Garten kann ich Euch nicht schenken. Einen gedanklichen schon, und das tue ich gerne…Dazu kann ich Euch die Idee schenken, wie Ihr selbst kleine Gärtchen verschenken könnt.

Mehr dazu in einem kleinen Beitrag von mir im wunderbaren, neuen Sister Magazine auf Seite 48 – hier einige Fotos, die nicht im Heft auftauchen.

Ein kurzer Besuch beim Trödler, und schon gibts neue Mitbewohner. Dieses Mal: Kraniche aus den 50er Jahren. Sie erinnern mich an meine Großmutter und ihre Freundinnen. An 50er-Jahre-Sessel mit einem Schaffell drüber. Ja, das hatte meine Großmutter in ihrem Zimmer. Und ich arbeite auch darauf hin… Mehr dazu demnächst…

Jedenfalls fühle ich mich wohl und heimelig, wenn ich diese Kraniche sehe. Und der Gedanke, sie für 50 cent bekommen zu haben, macht das Gefühl nicht schlechter. Ein bisschen Klebstoff, etwas Leinöl, und sie erstrahlen in altem Glanz. Neue Heimat: Wahrscheinlich als Blickfang auf den Küchenschränken. Mal sehen.

Resteverwertung. Diese Stoffe hatte ich noch übrig, und sie haben genau für dieses Kissen gereicht, das jetzt auf dem Bett liegt und sich farblich und gemütlichkeitstechnisch sehr gut macht. Ich würde gerne wieder mehr nähen. So viele wunderbare Stoffe, und auch einige Ideen…

Aber woher die Zeit nehmen, wenn nicht stehlen?

… und nach dem Vorbild von philuko teile ich heute mit Euch Bruchstücke meiner Woche. Weil es eine so schöne Idee ist und man nochmal ganz anders über die vergangene Woche nachdenkt…

Gesehen Kriegerin
Gehört Schöne Ecken – leider nur die erste Viertelstunde, bis der Akku alle war
Gelesen Gartenbücher und den Asphalt
Getan Viel gearbeitet.
Gegessen Avocado, mein Liebling momentan.
Getrunken zu viel Kaffee
Gefreut über einen Topf voll Schneeglöckchen vor der Haustür – ein Geschenk der Vermieter
Geärgert über Engstirnigkeit
Gelacht mit meiner Kollegin, die sich über meinen schlechten Witz totlacht
Geplant ein paar Tage zu Fuß unterwegs
Gewünscht Frühlingssonne
Gekauft Neue Wanderstiefel
Geklickt OWL – soll ich wohl?

Blaues Kissen, Detail

Übernachtungsmöglichkeiten in Berlin gibt es viele. Aber so eine? Noch nie gesehen. Als ich die ersten Bilder vom Hüttenpalast sah, auf dem Stuhl vor dem Laptop auf- und abgehüpft. Wie cool ist denn diese Idee? In einer großen Fabrikhalle viele kleinere und größere Hütten, Campingwagen und „Paläste“ aufstellen (ganz normale Zimmer gibts natürlich auch. Wirklich sehrsehr schön. Aber ich möchte dann doch lieber in einer Hütte schlafen. Oder im Palast. Oder einen Wohnwagen!). Das Ganze auf liebevollste, detailverliebteste Art einrichten. Im Café leckerstes Frühstück anbieten: Vieles vegetarisch, vieles bio. Mittagstisch und hausgemachten Kuchen gibts auch. Und Wulle-Bier. Wulle-Bier? Ja, Wulle-Bier!

Ansicht der Halle

Die "Kleine Schwester" von innen

Der "Herzensbrecher" von innen

Hinter dem Hüttenpalast stecken Sarah Vollmer und Silke Lorenzen. Beide haben schon einiges erlebt: Silke ist in Pakistan, auf den Philippinen, in China und Indien aufgewachsen. Nach einigen Jahren in verschiedenen Jobs wurde sie Eventmanagerin – und organisiert nun etwas, das ihr selbst viel Freude macht: Den  Hüttenpalast. Sarah ist in Berlin aufgewachsen und entdeckte nach einigen Exkursen, zum Beispiel dem Modedesign, ihre Leidenschaft für Essbares wieder. Die Begeisterung ihrer Entwürfe, ob im Garten, in der Wohnung, in der Mode oder der Küche, bringt sie nun an allen Ecken und Enden im Hüttenpalast ein. Was für ein Team…

Alter Palast

Im Café

Blick ins Café

Beim nächsten Berlin-Trip übernachte ich hier. Und trinke Wulle-Bier. Und freu mich nen Ast über meine kleine Hütte. Am liebsten die kleine Schwester. Oder doch die Talhütte? Hach, immer diese Entscheidungen…!

{all photos: Jan Brockhaus}

Spontanbeitrag für die liebe frauheuberg.

Ich zeige mal nicht alle Dosen, die ich habe (würde den Rahmen sprengen, sowas von. Und, ehrlich gesagt: Ich bin zu faul, alle zusammen zu suchen und dann wieder weg zu stellen. Darum: Verzeiht!)

Es ist keine Blechdose, jaha, aber nichtsdestotrotz die Lieblingsdose in unserer Wohnung: Eine blaue Vintage-Betthupferl-Porzellandose von Schramberg. Eine von den schönsten ihrer Art, wie ich finde. (Finde ich das nicht immer, wenn Dinge blau, türkis oder petrol sind?)  Geschossen für 1 € beim Trödler um die Ecke. Begehrt auch vom Liebsten, denn sie steht auf seinem Nachttisch – und ab und zu enthält sie ein kleines Geschenk… Wer braucht da noch einen Valentinstag?

Am Wegesrand ein alter Holunder, der der Kälte nicht mehr stand hielt. Ein großer, knorriger Ast brach. Über und über mit Flechten bezogen, die so wunderbar in der Sonne leuchten. Die Farben sind unbeschreiblich. Ein paar Äste zieren hie und da die Wohnung. Wenn sie auch draußen einfach mehr Strahlkraft haben – ich liebe die Struktur dieser Äste.

Die ersten Bilder: Ein Ast in einer  Vintage-Vase im Wohnzimmer. Die letzten beiden: Äste und kleine Globen als Tischdeko für ein Essen mit Freunden.

P.S.: Ihr lieben Bloggerinnen. Bitte entschuldigt, dass ich momentan bei so vielen von Euch nicht kommentiere. Momentan kann ich von meinem Rechner aus nur bei WordPress kommentieren, bei allen anderen Blogs gibt es Probleme. Ich versuche das Problem zu finden und zu lösen. Und ich lese – nur kommentieren, das geht einfach nicht…