Tag

Handarbeit

Heute möchte ich Euch von einem Projekt erzählen, das ich „so nebenbei“ laufen habe. Ich bin so aufgeregt, weil es gerade in die heiße Phase geht!!! Und auch, weil ich hier erstmals öffentlich davon erzähle…

Aber erstmal etwas ausholen, um Euch zu erzählen, worum es geht. Also:

Vor zwei Jahren waren Herr E. und ich in Kirgistan. Im Urlaub. Fast drei Wochen, wunderbare Reise in einem fantastischen Land, dessen Menschen, Landschaft und Können ich sehr ins Herz geschlossen habe.

Und nicht nur das Land ist fantastisch, sondern auch, wie ich schon vorher herausfand, das Kunsthandwerk. Die Kirgisen verstehen sich wie kaum jemand anders auf die Kunst des Filzens. Als Nomaden, die in Yurten leben, waren Shyrdaks und Ala-kiiz, wie die gefilzten Teppiche heißen, nicht nur Dekoration, sondern lebenswichtig. Zur Isolation der Yurten in den Bergen auf der Sommerweide, dem „Ala-Too“, oft sehr hoch. 2500, 3000 Meter und mehr.

Hier zwei Beispiele klassischer Shyrdak-Designs:

Ich habe so viele tolle Fotos, ich weiß gar nicht, welche ich auswählen soll…

Naja, jedenfalls habe ich nach meiner Rückkehr angefangen, Kontakte zu verschiedenen kirgisischen Kooperativen aufzunehmen, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen. Nach langem Hin und Her ist das daraus geworden:

Im letzten Semester habe ich als Lehrbeauftragte an der Uni Paderborn zusammen mit Prof.Alexandra Kürtz ein Seminar gegeben: „Designing Shyrdaks – zentralasiatische Tradition und aktuelle Ästhetik“. In diesem Seminar haben Studierende traditionelle kirgisische Symbole kennen gelernt und die Grundlagen der Shyrdakherstellung. Nach einer kurzen Anlaufphase kamen viele tolle Ideen zusammen: Auf der Suche nach Symbolik in ihrem eigenen Alltag haben die Teilnehmer wunderbare Designs für verschiedenste Objekte entworfen, die man mit der Shyrdaktechnik herstellen kann: Teppiche, Kissen, Sitzhocker, Taschen und auch ein kleines Stofftier sind dabei!

Eine tolle Kooperative im Naryn Oblast in Kirgistan ist jetzt gerade dabei, die schönsten Designs tatsächlich umzusetzen! Ich bin so stolz auf die tollen Designs der Studierenden und ganz gespannt auf die fertigen Produkte. Wenn alles klappt, wird es im Frühsommer eine erste Ausstellung der gemeinsamen Arbeit in der Galerie KleppArt geben.

Dass wir überhaupt bis hierher gekommen sind, ist zu einem großen Teil Carl Beien zu verdanken, mit dem ich im letzten Jahr unglaublich viele Emails zwischen Deutschland und Kirgistan geschrieben habe. An dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Carl für Deinen unglaublichen Einsatz!

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Wie wohl die Ausstellung werden wird? Und wie Ihr das alles wohl findet? Ich bin sehr neugierig auf Eure Kommentare.

Für viele bestimmt ein alter Hut, aber ich kannte das Gaarn-Magazin noch nicht.

Tolles Diplomarbeitsprojekt von Damaris Jakschik, die damit ihr Studium Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar abschließt. Glückwunsch, es ist äußerst gelungen und inspirierend 🙂

Besonders gut gefallen mir die gehäkelten Teppiche von AZE design aus Polen. Mal sehen, das ist glaube ich auch bald mal einen Artikel wert…

Danke, Damaris, für diese reiche Inspirationsquelle!

Ich gebe zu: Ich hatte Vorurteile. Lange, lange Jahre hielt ich Stricken für gäääähnend langweilig und für verstaubt. Bis ich auf die norwegischen Mädels von Pickles mit ihren wunderbaren Entwürfen gestoßen bin!!! Schaut Euch nur diese Fotos an:

Sind die Sachen nicht wunderwunderbar? Ich habe also letztes Jahr zackzack stricken gelernt und kann inzwischen auch ein bisschen was. Demnächst zeige ich Euch mal ein paar Fotos von Sachen, die ich gemacht habe – meistens mit Anleitungen von pickles!

Die Anleitungen auf der Seite sind in norwegisch und in englisch. Ich komme ziemlich gut klar mit den englischen Anleitungen – also traut Euch doch auch mal!

…für die ganz Faulen betreiben die Mädels von pickles auch einen Onlineshop, in dem Ihr gleich die benötigte Wolle und Nadeln (und auch manche Anleitungen) kaufen könnt… Los gehts!

{alle Fotos: Pickles}