Tag

Kunst

Einige von Euch kennen bestimmt Mano’s Welt. Einige bestimmt aber auch nicht. Das ist ein Blog, den ich immer wieder gern lese.

Mano hat ein Gespür für Dinge. Sie ist Sammlerin und findet auf Flohmärkten und noch viel ungewöhnlicheren Orten die tollsten Dinge. Dinge, die andere nicht zweimal ansehen würden, oder gar nicht wahrnehmen. Und sie gibt Dingen ein anderes Gesicht. Wunderbares entsteht aus Alltäglichem.

Nr. 6 - Segelschiff
Nr. 6 - Segelschiff

Mano hat sich vorgenommen: Dieses Jahr 366 kleine Schachteln zu gestalten. Jeden Tag eine. Jede anders. Mit Bildern, Zeitungsausschnitten, Krimskrams, was sich in ihrem Atelier eben so findet. Diese Schachteln sind etwas ganz besonderes, einzeln, aber auch zusammen gesehen. Ich habe Euch hier einige meiner liebsten Exemplare ausgesucht. Anfang 2013 wird es eine Ausstellung aller Schachteln geben. Und am Schluss werden sie versteigert. Eine wird, hoffentlich, auch den Weg zu mir finden…

Ich zeige Euch hier meine Lieblingsschachteln von Mano in chronologischer Reihenfolge. Welche mögt Ihr am Liebsten? Die vollständige Schachtelsammlung könnt Ihr auf Mano’s Blog anschauen.

Nr. 6 - Segelschiff
Nr. 6 - Segelschiff
Nr. 13 - Käthe Kruse Puppenwerkstatt I
Nr. 13 - Käthe Kruse Puppenwerkstatt I
Nr. 19 - Raus aus der Kiste
Nr. 19 - Raus aus der Kiste
Nr. 39 - Vergifteter Kopf
Nr. 39 - Vergifteter Kopf
Nr. 52 - Grüner Löwe
Nr. 52 - Grüner Löwe
Nr. 66 - Steinkauz
Nr. 66 - Steinkauz
Nr. 71 - Kirschblüten. Ein Jahr Fukushima
Nr. 71 - Kirschblüten. Ein Jahr Fukushima
Nr. 104 - Zu, Chiuso
Nr. 104 - Zu, Chiuso

 

Nr. 106, Homa eigelb
Nr. 106, Homa eigelb
Nr. 108 - Gefieder
Nr. 108 - Gefieder

{all photos: Mano’s Welt}

Halalilinde, Albert König

Albert König. So vertraut ist mir dieser Name. Ruft Erinnerungen wach an eine Kindheit in der Lüneburger Heide, mit ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen im Wald, in der Heide auf dem Feld. An eine wunderbare Großmutter, die uns in einem Buch mit Königs wunderbaren Zeichnungen blättern ließ. An das kindliche Staunen des kleinen Mädchens, vor einem knorrigen Baumriesen stehend. In die Blätterkrone schauend. Dem Wind in den Zweigen lauschend. Wie sich die knorrige Rinde anfühlte, die verschrobenen Stämme sich nach oben streckten. Den Geruch dieser Rinde. Das ehrfürchtige Überlegen: Dieser Baum war schon alt, als Oma ein Kind war…

Dieses kindliche Staunen, diesen Blick auf Bäume, Pflanzen und Landschaft habe ich mir bewahrt. Und ich bin dankbar dafür. Er ist ein großes Geschenk. Mit diesem Blick schaue ich mir immer wieder die Holzschnitte und Zeichnungen Albert Königs an. Ein Künstler, der diesen Blick Zeit seines Lebens aufs Papier zu bringen vermochte. Er wurde 1881 in Eschede in der Lüneburger Heide geboren und lebte lange in Unterlüß, wo er 1944 starb. Sein gesamtes künstlerisches Werk widmete er den Landschaften, die er hier vorfand. Bewundernd und staunend sitze ich immer wieder vor seinen papiernen Baumwesen. Und denke: Ja. Einfach: Ja. Ich weiß, wie sich die Geräusche rund um diesen Baum anhören. Ich weiß, wie es im Urwald in Unterlüß duftet. Solche Bäume gibt es dort immer noch. Oder die riesigen alten Buchen am Feld hinter dem nächsten Ort, auf denen wir als Kinder kletterten. Winzig auf diesen uralten Riesen, die die Kraxelei und das Kinderlachen gütig über sich ergehen ließen.

Hohe Buche mit Spinne (Ausschnitt)

Albert Königs Werk bedeutet mir viel. Besonders seinen Holzschnitten und Zeichnungen von alten Bäumen gehört mein Herz. Einer seiner Holzschnitte ist gerahmt in meinem Unter-der-Woche-Zimmer. Andere möchte ich gerne noch aufhängen. Dieser Künstler bringt etwas ganz tief in mir zum Schwingen. Fängt einen Zauber der Landschaft ein, macht Bäume zu Persönlichkeiten. Das bewundere ich sehr, und dieses Gefühl möchte ich gerne mit Euch teilen. Euch sagen: Schaut Euch sein Werk an. Entdeckt seine Bäume, seine Landschaften. Allzu unbekannt sind sie, außerhalb bestimmter künstlerischer Kreise, immer noch. Das, finde ich, muss anders werden.

Darum gibt es heute, zur Feier des einjährigen Bloggeburtstags, eine Verlosung. Zu diesem Zweck habe ich einen Band mit den „Baumzeichnungen“ von Albert König erworben. Das Albert-König-Museum, bei dem man Bücher, Drucke und Postkarten Albert Königs kaufen kann, war begeistert von meiner Idee. Spontan legten sie noch einen ganzen Stapel Postkarten sowie eine Mappe mit 20 Zeichnungen Albert Königs dazu, die ich Euch also mit verlose! Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an das Albert-König-Museum in Unterlüß, dessen Besuch ich wärmstens empfehlen möchte.

Was müsst Ihr nun tun, um zu gewinnen? Ganz einfach:

  1. Einen Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen, und zwar bis Sonntag, den 12. Februar um Mitternacht. Was würdet Ihr mit dem Gewinn machen, wenn Ihr gewinnen würdet? Und welcher wäre Euch am Liebsten?
  2. Wenn Ihr Eure Chance verdoppeln möchtet, weist auf Eurem Blog mit Link auf die Verlosung hin und hinterlasst einen zweiten Kommentar.

Die Gewinne sind:

  1. Die Landschaft der Lüneburger Heide. 20 Zeichnungen von Albert König (einzelne Blätter, wunderbar zum Rahmen geeignet)
  2. Das Buch Baumzeichnungen von Albert König.
  3. – 10. Preis: Ein Postkartenpaket mit fünf verschiedenen Bildern von Albert König.

Eure Chancen sind also groß, das Mitmachen lohnt sich! Eure Mailadressen sammle oder speichere ich nicht und benutze sie nur zum Versenden der Gewinne. Die Gewinner werden zufällig ausgelost.

Falls Ihr nicht gewinnt und dennoch an Büchern oder Drucken von Albert König interessiert seid, weise ich nochmals auf das Albert-König-Museum hin: Auf Anruf oder Mail schicken die Mitarbeiter Euch gerne das Gewünschte auf Rechnung zu.

Baumzeichnungen von Albert König

{Fotos 1 und 2: Mit freundlicher Genehmigung des Albert König Museums }

Heute schnüre ich Euch ein etwas ungewöhnliches Glückspaket (mehr dazu bei Okka!). Nicht mit verschiedenen kleinen Vorhaben, Ideen, Musik… Stattdessen packe ich Euch dieses spannende Interview mit Tim und Stephan, den Herausgebern der Issue, hinein – und den Suchauftrag, eine Ausgabe zu finden…(Wer nicht erfolgreich ist und dennoch rein schauen möchte, meldet sich bei mir oder direkt bei der Issue…)

Kompromisslos toll: Gut, fangen wir an. Wir wollen heute über ein kleines Magazin mit dem Titel Issue sprechen. Die aktuelle Ausgabe zum Thema „El Dorado“ ist postkartengroß und hat 52 Seiten mit vielen Bildern und wenig Text. Aber was genau ist Issue eigentlich?
Stephan: Issue ist ein kleines Kommunikationsprojekt, welches zu einem vorgegebenen Thema die meist künstlerischen Arbeiten verschiedener Personen präsentiert, Aufmerksamkeit erregen und neugierig machen soll. Natürlich nur, wenn man eines der Hefte findet, die in ganz Deutschland verstreut sind. Daher kommt auch das für Magazine unübliche Text-Bild-Verhältnis.
Tim: Außerdem ist es ein Mitmach-Projekt. Kommunikation, die nur in eine Richtung verläuft, ist doch auf die Dauer langweilig. Das bedeutet, wir freuen uns über jeden, der etwas zu einem unserer Heftchen beiträgt. (Mitmachen!)

Kompromisslos toll: Okay, jeder kann mitmachen. Aber mal konkret: wer macht das Heft, wer steckt dahinter?
Tim: Stephan und ich haben uns das Ganze ausgedacht. Und genau genommen sind wir auch die Abteilungen Konzeption und Design. Wobei wir uns natürlich viel mit anderen Leuten unterhalten und Ideen kanalisieren. Wir beide haben einen künstlerischen Background, wenn auch ganz unterschiedlicher Art: Stephan ist gelernter Mediendesigner und ich habe Kunst studiert.
Stephan: Aber egal, wie viel Mühe wir uns auch geben, Issue wäre nicht möglich, wenn nicht viele am selben Strang ziehen würden: Bei der ersten Ausgabe waren wir zu viert. Mittlerweile haben über zwanzig Leute aus ganz unterschiedlichen Bereichen ihren Teil zum Projekt beigetragen. Aber das ist ja nichts Neues für dich, Marlene, du hast ja auch schon mitgemacht…

Kompromisslos toll: Stimmt. Mich hat das Projekt von Anfang an fasziniert, weil ich mich ja viel mit Do-It-Yourself-Dingen, Gestaltung und Handarbeit beschäftige. Und auch wenn Ihr das Heft drucken lasst, ist es ja offensichtlich selbstgemacht – mit viel Persönlichkeit. Wie seid Ihr eigentlich auf die Idee gekommen, ein eigenes Magazin herauszugeben? Ist ja kein selbstverständlicher Schritt von eigenem Interesse an Kunst zum Herausgeber zu werden.
Stephan: Da ich aus der Werbebranche komme und schon so einige Broschüren, Hefte und Kataloge für diverse Kunden gelayoutet und visualisiert habe, wollte ich schon immer mal „mein eigenes Heft“ kreieren und bestimmen, was darin erscheinen soll. Tim kam die Idee, als er bei mir auf der Toilette saß und dort ein von mir aus London mitgebrachtes Heftchen sah. Dann ging es eigentlich recht fix: Wir wollen so etwas auch machen! Nur der richtige Inhalt musste noch erörtert werden…
Tim: Mein Anliegen war ein bisschen anders. Da ich selber auch frei künstlerisch arbeite und versuche regelmäßig auszustellen weiß ich, wie schwer es ist für junge Künstler ein entsprechendes Publikum zu erreichen. Das geht im Kollektiv natürlich viel leichter. Issue war somit eine schöne Lösung um Arbeiten aus den Schubladen in die Öffentlichkeit zu kriegen und gleichzeitig auch noch regelmäßig etwas Neues zu schaffen.

Kompromisslos toll: Die dritte Ausgabe „El Dorado“ ist gerade aus dem Druck. Wie war der Weg bis hierher?
Stephan: Ja, wir sind noch immer ganz überwältigt! Mit der dritten Ausgabe übertrifft sich Issue mal wieder selbst und es ist sehr schön, einen gewissen Fortschritt mit jeder publizierten Ausgabe ausmachen zu können. Sowohl was die Arbeiten betrifft als auch das Konzeptionelle, was allem vorangeht. Womit wir schon beim Punkt wären: Dieses mal haben wir uns gedacht, das Magazin in Kapitel aufzuteilen, um noch mehr einen roten Faden hinein zu bekommen. Mal sehen, wie es ankommt. Wie gesagt, wir entwickeln uns mit jeder Ausgabe weiter, was echt spannend ist.
Tim: Es ist wirklich spannend, denn mit jedem Erfolg – und das ist die Herausgabe jedes Heftes natürlich für uns – merkt man auch ein Scheitern. Insbesondere was den von Stephan angesprochenen „roten Faden“ angeht. Wie lässt sich so viel Unterschiedliches sinnvoll zu einem großen Ganzen verbinden? Aber auch wenn wir sicherlich noch viel Entwicklungsspielraum haben, ist die Entstehung bisher definitiv eine kleine Erfolgsgeschichte: Das Feedback ist wunderbar, qualitativ und quantitativ geht es steil bergauf.

Kompromisslos toll: Aber ihr entwickelt euch ja nicht nur weiter, sondern erfindet das Heft auch jedes mal ein bisschen neu. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass es kein festes Logo oder Layout gibt. „Heureka!“ ist das Thema für das nächste Heft. Wie sucht Ihr die Themen der Hefte aus – und wie entscheidet Ihr, welche Beiträge ins Heft hinein dürfen?
Tim: Stimmt, die einzige Konstante ist der etwas nichtssagende Name des Magazins „Issue“. Der ist ja selbst nur Platzhalter für die Themen. Eigentlich verstehe ich jede Ausgabe als ein eigenständiges Kunstwerk, deshalb passt sich das Heft in seinem Erscheinen auch immer den inhaltlichen Bedürfnissen an. Und wir planen für die Zukunft auch das Format hin und wieder zu ändern. Ich plaudere mal aus dem Nähkästchen und lasse die Schlagworte „Kalender“ oder „Postkartenbox“ fallen.
Stephan: Jetzt verrat nicht schon zuviel! Lass uns lieber bei der jetzigen Ausgabe bleiben: Heureka! Wir sind schon ganz gespannt, was für Geistesblitze uns die Teilnehmer schicken werden – und mit welchen Ideen wir um die Ecke kommen werden. Die Themenfindung ist relativ unspektakulär. Erst heute, als Tim und ich durch die Stadt liefen, kam Tim wieder ein Einfall, den ich sofort notierte. So sammeln wir erst einmal alles und dann setzen wir uns hin und erörtern unsere Ideen – ist es verständlich genug, zu einfach, zu schwierig, zu abgedreht, kann man mit viel Feedback bzw. Einreichungen rechnen? Wir haben mittlerweile eine recht tolle Liste. Das ausgesuchte Thema wird dann bekanntgegeben und entweder treten Interessierte an uns heran oder wir gehen auf die Leute zu. Meist bekommt man schon eine Idee vermittelt, was die Leute ins Heft bringen wollen. Bei Einsendeschluss sehen wir dann das Ergebnis. Bisher hat es grundsätzlich immer gepasst. Falls wir mit Kleinigkeiten unzufrieden waren, haben wir mit demjenigen gesprochen, ob man dies oder jenes noch anpassen könnte. Das klappte Gott sei Dank immer. Zum Glück waren wir bisher auch noch nie an dem Punkt, einem sagen zu müssen „Das ist Mist, das nehmen wir nicht!“
Tim: Der Punkt wird sicherlich kommen, zumal wir langsam echt viele Einsendungen bekommen. Aber keine Sorge, so harsch würden wir das sicherlich nicht formulieren.

Kompromisslos toll: Was ist Euch besonders wichtig an der Issue? Und was meint Ihr, wie es bestenfalls mit der Issue weiter geht?
Stephan: Das Magazin lebt von der Vielseitigkeit der Beiträge und den unterschiedlichen Beteiligten. Ohne sie ginge das gar nicht und deshalb ist es mir besonders wichtig, immer mehr Interessenten anzusprechen und mit ins Boot zu holen… sozusagen ein großes Repertoire an Kunstschaffenden zu haben. Zudem möchte ich, dass die Issue immer ein eher kleines Independent-Heft bleibt, nichts Kommerzielles also.
Tim: Dem stimme ich zu. Dennoch habe ich schon den Anspruch aus dem „kleinen Kommunikationsprojekt“ ein größeres zu machen. Größere Auflagen? Ausstellungen? Hochwertiges Material? Die Gedanken sind frei, allerdings ist der Non-Profit-Gedanke schon in Stein gemeißelt. Bei allen Ambitionen wollen wir so unabhängig und flexibel wie möglich bleiben – um auch in Zukunft überraschen zu können.

Kompromisslos toll: Stichwort Zukunft: Ich wünsche mir ja sehr, dass der eine oder andere Leser von Kompromisslos toll bei einer der nächsten Issue-Ausgaben mitmachen wird! Was könnt Ihr uns dafür mit auf den Weg geben?
Tim: Das wünschen wir uns auch!
Stephan: Als erstes: Nur keine Scheu! Wir sind grundsätzlich offen für alles. Und freuen uns über Feedback und Einsendungen. Sicher wird auf dem ersten Blick nicht jedes Thema jedem liegen, aber daran soll es nicht scheitern. Seit mutig, ihr habt sicher was drauf, was irgendwie ins Thema passt, zur Not helfen wir euch, einen Weg zu finden.
Tim: Das hast du schön gesagt.

Schon ist es Mittwoch. Zeit für meine Fotos von ‚Kunst trifft Garten‘ letztes Wochenende – endlich.

Es gab so viel zu sehen, zu entdecken… Einblicke, die man sonst nicht bekommen hätte. Zum Beispiel in den Park der Schwestern der christlichen Liebe, sonst nur bekannt durch eine lange Mauer in einer Allee alter Platanen an der Warburger Straße. Dahinter verbirgt sich ein wunderbarer, weitläufiger Park, der mit liebevoller Hand gepflegt wird. Oben ein Blick in den Obstgarten. Bald sind die Äpfel reif!

Am Besten gefallen haben mir die Kunstwerke im Garten Koch: Die beweglichen Objekte Ulrich Westerfrölkes und die Gemälde und Zeichnungen Hans Christian Rüngelers. Die Objekte waren so gut im Garten platziert, als wenn sie ganz natürlich dort stehen würden – wie gewachsen wirkten sie teilweise.

Etwas ganz besonderes ist dieses Uhrenobjekt. Die Stangen werden durch Antriebe links bewegt und verschieben sich gegen einander. Der linke Balken repräsentiert dabei die Minuten, der rechte die Stunden (wenn ich es mir richtig gemerkt habe).

Schön in den Garten eingefügt waren auch die Objekte im Klostergarten am Abdinghof, wo Manfred Claes-Schäfers und Dietmar Könsgen ausstellten.

Tür des Gartenhauses im Küstergarten am Dom. Ein wunderbarer, verwunschener Hanggarten, der zum Dom aufsteigt und von ihm dominiert wird.

 

Gärtnerisch etwas ganz besonderes ist der Garten Bergschneider. Ein paar mehr Einblicke in den Garten gibt es hier. Während in vielen anderen Gärten nicht (mehr) viele Blüten zu sehen waren, hier blüht es noch ganz wunderbar. Hier ein paar Detailaufnahmen.

Das ist das schönste Insektenhotel, das ich je gesehen habe! Im Vordergrund blüht noch die Kranz-Lichtnelke.

Nein? Dann auf nach Paderborn! Am 3. und 4. September öffnen 16 Paderborner Privatgärten ihre Pforten. Und nicht nur wunderbare Septembergärten kann man bewundern. 29 Künstler präsentieren in den Gärten ihre Werke. Heute gibts hier schonmal ein paar Einblicke in die Gärten… Sieht verheißungsvoll aus, oder?

Ich freue mich schon auf viele interessante Pflanzen und spannende Einblicke in schöne Gärten. In anderer Leute Gärten gucken? Toll! Mit ihnen über Gartenthemen tratschen, vielleicht noch den einen oder anderen Tipp bekommen, wo man welche Pflanzen bekommt?  Noch besser. Lokale Künstler treffen und ihre Werke an überraschenden Stellen in den Gärten entdecken? Und das alles auf einmal? Klingt nach einer ziemlich perfekten Wochenendbeschäftigung für mich – wenn denn das Wetter mitspielt. Also: Daumen drücken! Und auf nach Paderborn…

Mehr Informationen und einen Lageplan der Gärten bieten die Kunst trifft Garten-Hompage oder der Infoflyer.

{alle Fotos: Kunst trifft Garten}

Neulich habe ich auf Manos Blog diese wunderwunderschöne Collage gewonnen.

Ist sie nicht wunderbar? Ich habe auch schon einen Platz für sie gefunden: Sie ziert jetzt die Wand über meinem Nachttisch. Passt gut, oder? Vor allem mit dem Atlas zusammen mag ich es sehr.

 

Und pssst: Mano verkauft ihre tollen Collagen in ihrem Shop mano k. kunstkaufladen

Heute gibt es eine kleine Premiere. Ich möchte eine Reihe starten, in der ich Euch in unregelmäßigen Abständen Künstler vorstelle, die mich beeindrucken. Deren Werke ich eben ‚Kompromisslos toll‘ finde. Wenn möglich, werde ich auch Gespräche führen, und Ihr habt dann hier die Gelegenheit, die Antworten zu lesen.

Heute starte ich ‚Mittwochs mit…‘ mit Sybille Wiescholek von der Künstlergruppe Kurzwarenzentrale. Viel Freude beim Lesen und Schauen wünsche ich Euch!

Hallo Sybille. Ich freue mich sehr darüber, dass Du Dich bereit erklärt hast, für Kompromisslos toll ein paar Fragen zu beantworten! Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen, damit die Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben?

Sybille: Mein Name ist Sybille Wiescholek. Ich bin23 Jahre alt. Im Moment studiere ich an der Universität Paderborn Textilgestaltung und Deutsch. Zudem bin ich Mitglied der Künstlergruppe Kurzwaren Zentrale, um deren Ausstellung es in diesem Beitrag geht.

Heute wird in der Städtischen Galerie in Paderborn die Ausstellung KurzwarenZentrale eröffnet, in der viele Deiner Arbeiten gezeigt werden. Herzlichen Glückwunsch dazu! Was werden wir dort zu sehen bekommen?

Sybille: Ihr werde viele künstlerische Arbeiten unserer Künstlergruppe, bestehend aus Daniela Bergschneider, Christina Wernke und mir,  zu sehen bekommen, welche sich mit Themen wie Muster, Fleisch und Körper, Netzwerke und Technik beschäftigen. Grob gesagt stellen wir zu den oben genannten Themen Installationen, Performances, Zeichnungen, Drucke und Kleidobjekte aus.

Die erste Deiner Arbeiten, die ich gesehen habe, war ‚Musterkleider‘. Du variierst dabei das ‚Kleine Schwarze‘. Kannst Du uns ein bisschen darüber erzählen?

Sybille: Ja, in dieser Arbeit variiere ich einmal das kleine Schwarze, aber auch das klassische Etuikleid, das oft auch in schwarz daher kommt. Die Arbeit ‚Musterkleider‘ umfasst sechs aus verschiedenen Stoffen mit verschiedenen Mustern genähte Etuikleider. Eines der Kleider ist klassisch schwarz, die anderen durch ihre Muster bunt, wild und eher ungewöhnlich. Manche ähneln auch ein bisschen den gemusterten Kittelschürzen, die wir vielleicht noch von unserer Oma kennen. Durch diese extremen Muster, die ich in Verbindung mit dem eigentlich relativ schlichten Etuikleid setzte, will ich zuerst auf die Assoziationen, Vorstellungen, Meinung, die viele mit dieser Kleidform verbinden aufmerksam machen. Die Wahrnehmung der BetrachterInnen diesbezüglich schärfen. Sie dazu anregen über Kleidkonventionen nachzudenken. Weiterhin will ich aber auch mit diesem klassischen Muster des Etuikleids brechen und verschiebe es in einen wilderen, bunteren Kontext.

Die sechs 'Musterkleider', 2010
Die 'Musterkleider' aus einer anderen Perspektive

Was fasziniert Dich an Mustern?

Sybille: Mhhhh, was fasziniert mich an Mustern? Sie sind einfach überall! Unser ganzes Leben ist irgendwie gemustert, geordnet, geregelt. Ob wir unser Verhalten, unsere Beziehungen, unsere Rollen, unsere Kleidung oder eben auch Stoffmuster, Rapporte, etc. betrachten, überall finden wir Muster. Mir macht es Spaß Muster herauszupicken und sie dann künstlerisch zu untersuchen, zu analysieren, zu hinterfragen und sie schließlich in andere Kontexte zu setzten. Mir macht es auch Spaß eigene Muster zu entwerfen, in denen sich z.B. Verhaltensmuster widerspiegeln, wie beispielswiese in meiner Arbeit „Gesprächsmuster“.

'Gesprächsmuster', Siebdruck auf Stoff, 2009

Besonders schön finde ich Deine Arbeiten, die sich mit Netzwerken und Vernetzung beschäftigen. Was hat es damit auf sich? Wie stellst Du den Bezug zur Vernetzung online her? Das finde ich gerade in Bezug auf die Blogger-Community besonders spannend…

Sybille: „Netzwerke“ und „Vernetzt“ sind eigentlich aus meiner Arbeit „Gesprächsmuster“ entstanden, in der ich ganz konkret Kommunikation in einem Netzwerk bzw. in vielen Netzwerken thematisiere. Es sind nicht nur die sozialen Netzwerke im Internet, wie Facebook oder StudiVZ, die mich interessieren, sondern auch das was dahinter steckt, eine wahnsinnig komplexe Vernetzung auf technischer und elektronischer Ebene. Die Arbeit „Vernetzt“ bespricht dann wieder explizit das soziale Netzwerk. Zwei Personen tragen Kleidung, auf die verbundene Punkte und Linien gedruckt sind. Diese beiden Personen sind wiederum durch Fäden verbunden. Die zwischen den Personen gespannten Fäden ziehen deutlich an ihrer Kleidung. Damit will ich aufzeigen, was für Zwängen und Verpflichtungen, hier auch wieder Mustern, wir uns zum Teil unterziehen, nur um dazuzugehören, einen Platz im Netzwerk zu haben. Dabei will ich nicht sagen, dass soziale Netzwerke schlecht sind oder so ähnlich. Jeder Mensch bildet soziale Systeme, in denen er sich bewegt und die er zum Überleben braucht. Vielleicht möchte ich mit dieser Arbeit eher ein Bewusstsein dafür schaffen, das es diese sozialen Systeme oder Netzwerke gibt und jedes unterschiedliche Erwartungen an die einzelne Person stellt.

'Vernetzt', Siebdruck auf Stoff, 2010

Jetzt erzähl uns doch bitte noch, wie es dazu gekommen ist, dass Du überhaupt Textil studierst, Dich mit Stoff und Stoffen beschäftigst…

Sybille: Mit textilen Stoffen beschäftigte ich mich als Kind schon immer ganz gerne. Ich kann mich noch gut an eine Situation erinnern, in der ich meiner Oma ganz gespannt beim Nähen an der Nähmaschine zuschaute. Sie war gerade dabei ein Sommerkleid für mich zu nähen, welches später übrigens mein Lieblingskleid wurde und auch sehr gemustert war. Ich wollte natürlich auch sofort nähen. Einige „Designer-“ Handtaschen, gestrickt und gehäkelte Objekte sowie massig Kleidung für meine Puppen und Kuscheltiere später, bin ich noch immer von dem Textilen begeistert. Eher durch Zufall stieß ich  darauf, dass an der Uni Paderborn Textil studiert werden kann und sofort hatte das Fach eine weitere Studentin.

30.000.000 Ohm, handgewebt aus Polyester und Widerständen, 2011

Dann danke ich Dir, Sybille, ganz herzlich für das Gespräch! Mich und wahrscheinlich auch die Leser würde jetzt noch interessieren, wo und wie lange man Deine Werke noch sehen kann!

Sybille: Ich bedanke mich auch ganz herzlich bei dir für die Fragen und den Beitrag auf deinem Blog.

An dieser Stelle ganz wichtig: Heute (22.06.2011) findet die Eröffnung um 19.00 Uhr in den Räumen des Paderborner Kunstvereins statt (Am Abdinghof 11, 33098 Paderborn). Alle sind natürlich herzlich dazu eingeladen!

Ansonsten läuft die Ausstellung vom 23.06. bis zum 10.07. und ist immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Wunderbar. Dann wünsche ich Dir eine gute Ausstellung und weiterhin viel Erfolg!

{alle Fotos: Sybille Wiescholek}